Info über Unterweißbach

Posted by

Urlaubsregion Unterweißbach

Dort wo der, aus Oberweißbach kommende, Weißbach in die Lichte mündet, befindet sich das 3 km lange Straßendorf, in Mitten des 200 m tiefen Lichtetals. Die aus den vier Ortsteilen – Blechhammer, Neu-Leibis, Quelitz und Unterweißbach – bestehende Gemeinde befindet sich im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen, unweit des Thüringer Schiefergebirges. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet sich der 2 km südöstlich des Ortes gelegene Bahnhof Sitzendorf-Unterweißbach an. Er liegt an der Schwarztalbahn Strecke von Katzhütte nach Rottenbach. Dort befindet sich auch der höchste Berg der Umgebung, der 709 m hohe Quittelsberg.

Die Geschichte des Ortes

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Erbzinsregister stammt aus dem Jahre 1394 und wurde zwischen 1908 und 1930 europaweit bekannt durch die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst. Und noch heute spielt die Porzellanmanufaktur eine wichtige Rolle für die Region, deren Wirtschaft einst von Kleinindustrie und Schieferbergbau geprägt war und heute fast ausschließlich vom Tourismus lebt. Stillgelegte Industrieanlagen sind noch heute Zeitzeugen dieser Ära.

Wandern in Thüringen
Wandern in Thüringen – bildschön

Mit dem Bau der Talsperre Leibis-Lichte, (Einweihung am 12. Mai 2006) wurde Unterweißbach zu einem Sackgassendorf und endet am Fuße der über 100 m hohen, aus Betonblöcken erbauten, Gewichtsstaumauer. In dem See oberhalb der Mauer, staut sich das Wasser der Lichte an, welches der Trinkwasserversorgung Ostthüringens dient – dort werden täglich 43.700 m³ Rohwasser entnommen. Auch dem Hochwasserschutz kommen die Mauer der Talsperre und der vorgelagerten Vorsperre Dreesbach zu Gute. Die Ufer des Stausees sind sehr waldreich und von Fichten umsäumt. Noch vor 20 Jahren befand sich, 90 m unterhalb des Wasserspiegels, das Dorf Leibis, welches der Sperre ihren Namen gibt. Seine 100 Einwohner wurden im Zuge des Bauvorhabens in das neu gegründete Dorf Neu-Leibis umgesiedelt und alle Gebäude – einschließlich ihrer Fundamente –sorgfältig abgetragen. Einzig das im Dorf befindliche Kriegsdenkmal blieb erhalten. Mit ihren 102,50 m Höhe, ist die Talsperre Leibis-Lichte die zweithöchste Deutschlands und soll auch vorerst die letzte bleiben. Ein Besucherpavillon, nordwestlich der Staumauer, erzählt die Geschichte der Errichtung. Der im Zuge der Bauarbeiten entstandene Betonumladekai blieb erhalten und kann von den Besuchern erlebt werden.

Thüringer Schiefergebirges
Thüringer Schiefergebirges

Im Jahre 2007, fanden dort auch die Dreharbeiten des Spielfilms „Die Hitzewelle – Keiner kann entkommen“ statt.

Die Sperre und Talbahn sind nicht rund um die Uhr zugänglich, daher ist es ratsam sich im Vorhinein über die aktuellen Öffnungszeiten zu informieren. Die Krone der Staumauer erreicht man über einen steilen Pfad vom Talgrund oder mit der Lichtetalbahn.

Die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn

Die in der direkten Umgebung befindliche Schwarztalbahn hat eine Gesamtlänge von 29,33 km und wurde bereits im Jahre 1900 in Betrieb genommen. Ihr Weg führt vom Rinne-Tal entlang von Wäldern und Hügeln ins Schwarza Tal zur Endstation Katzhütte, nach dem gleichnamigen Stollen. Auf der Hälfte der Strecke, in Obstferlerschmiede, befindet sich die Talstation der Oberweißbacher Bergbahn. Sie wurde im Jahre 1923 eröffnet und steht seit 1980 unter Denkmalschutz. Diese 1,4 km lange Standseilbahn ist Deutschlands einzige breitspurige Seilbahn und bezwingt eine bis zu 25 prozentige Steigung zur Bergstation Lichtenhain. Ihre Wagen sind im Original erhalten und aufwendig restauriert worden. Bei gutem Wetter verkehrt der offene Aufsatzwagen „Cabrio“, von dem die Aussicht auf die Umgebung noch besser zu genießen ist.

Hinter der Bergstation folgt, auf 2,5 km Länge, die „Flachstrecke“ auf dem Plateau nach Cursdorf.

Thüringer Schiefergebirges
Thüringer Schiefergebirges

Besucher der Berg-/ Talbahn haben zudem die Möglichkeit, das Maschinenhaus zu besichtigen.

Kultur- und Erlebnisangebote der Region

  1. Das Heimatmuseum „Goldene Lichte“ im Gemeindezentrum: Dort wird die Geschichte des Ortes erlebbar gemacht.
  2. Die evangelische Dorfkirche, deren Erbauungsjahr bis heute Rätsel aufgibt.
  3. Eine 4-Bahnenkegelbahn, sowie Tennis- und Sportplatzanlagen
  4. Das Erlebnisbad mit Außenbecken, FKK-Bereich, Kinder-, Nichtschwimmer-, und Planschbecken, Wasserrutsche, Wettkampfbecken, einem Café, sowie einer Minigolf-, Beachvolleyballanlage
  5. Die Sitzendorfer Porzellanmanufaktur & Schatztruhe: Sie wurde 1760 in Sitzendorf von Georg Heinrich Macheleid gegründet, jedoch 1762 nach Volkstedt verlegt. Im Jahre 1850 kam es zur Neugründung durch den Gastwirt Wilhelm Liebmann. Obgleich die Weltkriege und Wirtschaftskrisen die nachfolgenden Besitzer immer wieder in die Knie zwangen, werden dort auch heute noch traditionelle Porzellanerzeugnisse hergestellt. Ein Führung durch die Produktionshallen und der Besuch des angegliederten Cafés oder Restaurant runden das Erlebnis ab.
  6. Das Naturpark-Informationszentrum: Eine Modellanlage zeigt das gesamte Talsperrengebiet

Wanderungen

  • Der Panoramaweg Schwarzatal: Ein Rundwanderweg mit Start und Ziel in Rudolstadt-Schwarza mit einer Länge von 136 km
  • Der Thüringer Olitätenrundwanderweg. Ein Rundwanderweg Start und Ziel in Sitzendorf OT Oberer Ort mit einer Länge von 15 km (ca. 4 h Zeitaufwand)
  • Der Skulpturenpfad: Der Rundwanderweg, um den Stausee wurde 2010 mit Skulpturen von neun unterschiedlichen Künstlern bereichert. Auf Höhe der Skulptur „Mondsteinpärchen“ gibt es zudem eine Aussichtshütte. Entlang der 21 km langen Strecke (Zeitaufwand: 5h zu Fuß / 2h mit Rad) finden Wanderer Brom- und Himbeeren sowie zahlreiche Pfifferlinge.

2 comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *